Diskussion / Forderungen


Hier haben wir unsere Aufträge an die Politik diskutiert und formuliert und so sehen die Ergebnisse aus. Zunächst in einer Zusammenfassung aka Kurzversion:

Wenn die ökologische Wärmewende gelingen soll, d.h. demokratisch, sozial gerecht und solidarisch erfolgen, dann sind die nachfolgenden Forderungen sind das Mindeste, was in einer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben werden muss!
Wir richten diese Forderungen an die demokratischen Parteien, die im Herbst in das Berliner Abgeordnetenhaus einziehen und die künftige Regierungskoalition 2026 bis 2031 tragen wollen.
Dennoch gehen unsere Vorstellungen und Ansprüche weiterhin über dieses Mindeste hinaus und wir lassen uns auch künftig nicht von der Arbeit an konkreten Utopien abhalten…

Politische Aufträge für eine sozial gerechte ökologische Wärmewende in Berlin

A. Zukunftsfähige Fernwärme: Bezahlbar, klimaneutral und gemeinwohlorientiert

  • 1. Ziel: Echte Klimaneutralität. Schnellstmöglich die Fernwärme auf erneuerbare Energien und verbrennungsfreie Technologien umstellen! Aus der Verbrennung von Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfall aussteigen!
  • 2. Wirksame Preisaufsicht und ein Preisdeckel für die Fernwärme. Die personelle und institutionelle Regulierung stärken! Eine transparente Preisüberwachung soll Tarife, Verträge und Investitionen kontrollieren, um die dauerhafte Bezahlbarkeit für die Verbraucher:innen zu sichern!
  • 3. Gemeinwohlorientierte Organisation. Das kommunale Energieunternehmen BEW von einer GmbH in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) mit ausreichenden Ressourcen, Kompetenzen und demokratischer Verwaltung umgestalten!
  • 4. Integrierte Wärmeplanung. Zukunftsorientiert, demokratisch gestützt und koordiniert die Fern- und Nahwärme ausbauen! Ressourcenverschwendung und destruktive Monopole vermeiden! Bei Beachtung der Klima- und Umweltwirkungen und zugleich der sozialen Folgekosten verantwortungsvoll steuern und regulieren!
  • 5. Transparenz, demokratische Beteiligung und Konfliktlösung. Die Zivilgesellschaft und Fachwelt verbindlich an der Entscheidungsfindung beteiligen! Ein politisches und demokratisch legitimiertes Lenkungsgremium soll frühzeitig Zielkonflikte in Prüfgebieten lösen! Eine zentrale Beratungsstelle soll Bezirke, Mieter:innen und Zivilgesellschaft bei der Suche nach Problemlösungen unterstützen!

B. Nahwärme: Lokale Lösungen ermöglichen und fördern, Bürger:innenenergie stärken

  • 1. Feste Verankerung in der Wärmeplanung. Verbindliche rechtliche Grundlagen und Ausbauziele für Quartiersnetze formulieren! Kalte Nahwärme und Geothermie maximal als technologischen Hitzeschutz im Bestand nutzen! Demokratisch nach möglichst optimalen Lösungen suchen!
  • 2. Anschubfinanzierung für Bürger:innenenergie. Einen Bürger:innenenergiefonds für Expertise, Machbarkeitsstudien einrichten und Risikokapital in der Planungsphase bereitstellen!
  • 3. Zentrale Leitstelle Nahwärme. Eine Leitstelle zur Beratung und Qualitätssicherung aufbauen! Mittels standardisierter Verfahren die Genehmigung für dezentrale Problemlösungen durch Genossenschaften, gemeinnützige Unternehmen und Kommunen beschleunigen!
  • 4. Förderung gemeinnütziger Betreiber. Gemeinnützige Unternehmen, Genossenschaften und kommunale Unternehmen bei der Vergabe und Finanzierung präferieren! Die Suche nach Problemlösungen, Möglichkeiten lokaler Wertschöpfung und Mitbestimmung sichern!
  • 5. Einbeziehung öffentlicher Ankerkunden. Schulen, Kitas, Behörden und landeseigene Wohnungsunternehmen (LWU) nach gemeinsamer Beratung systematisch als Großabnehmer („Ankerkunden“) verpflichten! Netze stabilisieren! Ressourcen ökonomisch nutzen und Preise niedrig halten!

C. Soziale Wärmewende: Klimaschutz mit Mieter:innenrschutz verbinden

  • 1. Bekämpfung von Energiearmut. Zielgruppenspezifische Praxis-Hilfen für überlastete Haushalte erweisen! Einen landeseigenen Gerätepool einrichten, um unbürokratisch und zielgerichtet geeignete energiesparende Technik (vom Thermostat bis zum Balkonkraftwerk) bereitzustellen!
  • 2. Fokussiertes Sanierungsprogramm. Prioritär Quartiere mit den größten sozialen und energetischen Problemen fördern! Ein komplexes Sonderprogramm für die energetisch schlechtesten Gebäude (worst performing buildings) auflegen!
  • 3. Warmmietenneutrale Sanierung. Einen Berliner Rahmenvertrag und einen Kostendeckel einführen! Modernisierungsumlagen, die zu Mietwucher führen, unterbinden! Fördergelder mit dem Ziel Warmmietenneutralität ausreichen!
  • 4. Berliner Sanierungsvereinbarung. Verbindlich Mieter:innenbeiräte in die Vorbereitung und Realisierung des Sanierungsprozesses einbinden! Sanierungsrate auf das wissenschaftlich geforderte Niveau von mindestens 2 % pro Jahr – bei Ausschluss von sozialer Verdrängung – erhöhen!
  • 5. Soziale Absicherung der Versorgung: Soziale Tarife, verlässliche Preisobergrenzen sowie ein konsequentes Verbot von Energiesperren bei Zahlungsrückständen einführen!


Nachfolgend nun noch das ganze Kleingedruckte. Echte Wärmewende ist ein hochkomplexes Projekt mit vielen Detailaspekten:

Nahwärme


Fernwärme


Soziale Wärmewende in Berlin

Instrumente zur partnerschaftlichen Sanierungspolitik und zur Armutsprävention